Eingangsbereich der Steigkirche, Stuttgart Bad-Cannstatt (2018)
Bildquelle: Isabella Silva Altemani

Bauwerk: Gemeindezentrum Steigkirche (evangelisch)

Architekten: Werner Hammeley, Horst Nanz

Standort: Auf der Steig 21, 70376 Stuttgart- Bad Cannstatt

Baujahr: 1965 – 1966

Status: Genutzt (saniert)

Abbildung: Glockenturm, Isabella Silva Altemani

 

 

An der Stelle der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Steigkirche wurde zwischen 1965 und 1966 durch die Architekten Werner Hammeley und Horst Nanz ein neues Kirchenzentrum gebaut.

 

Das Ensemble gruppiert sich mit Gemeindehaus (ehemals Jugendhaus), Kindergarten und Kirchen um einen Hof, der sich zur Straße hin öffnet. Besonders inszeniert wird dabei der fast zentral positionierte, freistehende Glockenturm. Die einzelnen Bauvolumen sind als versetzt angeordnete, teils ineinander geschobene Quader aus Sichtbeton ausgeführt. Fensterbänder und Lichtfugen durchschneiden die monolithischen Körper und sorgen für die Belichtung im Inneren. Vorherrschende Materialien sind die schalungsrauen Oberflächen der Wände in Sichtbeton (innen wie außen) sowie in einheitlichem Holz gefertigte Elemente, wie Bänke, Deckenschalung und Orgel. Der Altar, der Taufstein, die Kanzel und ein textiler Wandbehang stammen von Hans Dieter Bohnet. Die Kirchentür, das Kreuz, ein Taufgeschirr und Kerzenständer hat Karl-Heinz Knoedler geschaffen.

 

Sinkende Mitgliederzahlen und der teure Unterhalt der Gebäude veranlassten die Steig-Gemeinde dazu, zwei sanierungsbedürftige Gebäude der Altenburger Steige auf dem Hallschlag zu verkaufen, deren Dimension sowohl im Unterhalt kostenintensiv, als auch ungeeignet für gegenwärtige Bedürfnisse des Gemeindelebens waren. Somit konnte im Jahr 2015 die Renovierung des Gemeindezentrums und die Betonsanierung der Steigkirche begonnen werden. Im Jahr 2018 wurde die Sanierung abgeschlossen und das ursprüngliche Architekturkonzept ist heute wieder erkennbar. Die vielseitigen Raumprogramme und die bauliche Anlage als Ensemble sprechen für ein großes Potential im Sinne des ‚Space Sharing‘ mit geteilten und mehrfachgenutzten Flächen, das weiter intensiviert werden könnte.